Photovoltaikanlage Geschichte

Solarstrom vom MZH-Dach
Seit dem 12. Dezember 2008 liefert die neu erstellte Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle Strom an das öffentliche Netz. Bis es soweit war, mussten etliche Hürden überwunden und gegen Widerstände gekämpft werden. Die Mehrzweckhallen- und Sportkommission ist aber überzeugt und zugleich stolz, als öffentliche Hand mit dieser Realisierung einen wichtigen Beitrag zur Förderung der erneuerbaren Energie geleistet zu haben.
Voraus ging eine Planphase von sechs Monaten, bis der Antrag im Gemeinderat auf dem Tisch lag. Dieser entschied am 6. November 2007 nach einer heftig geführten Debatte mit knappem Mehr, der Gemeindeversammlung vom 27. November 2007, nebst der Sanierung der Gebäudehülle, als Option den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der MZH zur Entscheidung zu unterbreiten.
In der dann emotional geführten Diskussion anlässlich der Gemeindeversammlung, wurden diverse Voten dahingehend abgegeben, ob die Rendite des Projekts im positiven Bereich sei oder nicht. Die Argumente, dass sich das Projekt nicht rentierte oder dass mit der Annahme der Vorlage der Aufbruch in ein neues, technologisches Zeitalter gewagt werde, hielten sich in etwa die Waage. Das Ergebnis: 37 von den 65 Stimmberechtigten sprachen sich für die Photovoltaikanlage aus; das Geschäft mit einem Kreditbegehren über 180’000 Franken passierte somit knapp. Dies hinderte aber einige Gegner nicht daran, nachträglich öffentlich gegen die Befürworter der Solaranlage zu schiessen. Eine Partei warf dem Gemeinderat sogar fehlendes Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Steuerzahler vor. Die Tagespresse betitelte diese Auseinandersetzung mit dem prägnanten Wort „Nachwehen“.

Montage der Photovoltaikanlage
Im Oktober 2008 konnte dann endlich mit der Montage der Anlage begonnen werden. Die Verzögerung entstand infolge eines späten Bescheids der Nationalen Netzgesellschaft „swissgrid“ über die garantiert zugesicherte kostendeckende Einspeisevergütung. Die montierten Solarzellen wurden vorgängig im Werk auf eine Edelstahlfolie aufgebracht, langzeitbeständig eingekapselt, untereinander verbunden und direkt in die Sarnafil-Abdichtungsbahnen integriert. Aufgrund seines geringen Eigengewichts von rund 1'800 Kilogramm, belastet das PV-System die Statik der Dach- und Gebäudekonstruktion nicht. Eine spezielle Unterkonstruktion wie bei herkömmlichen Solarpaneelen ist nicht notwendig, was sich positiv auf die Kosten und die Funktion der Dachabdichtung auswirkte. Von den 700 m2 wurden 53 Prozent des MZH-Daches mit diesen Solarfolien versehen.

Modernste Hochleistungssolarzellen
Die PV-Elemente zeichnen sich durch eine überdurchschnittliche Leistung, gerade bei niedriger Sonneneinstrahlung, aus. Durch die Bypassdiode für jede Zelle ist die Leistung bei Teilverschattung wesentlich höher als bei herkömmlichen Modulen. Mit dem Selbstheilungsprozess bei Modultemperaturen über 40°C erhöht sich der Wirkungsgrad der Triple Junction Technologie speziell im Sommerhalbjahr. Durch die Installation des Solar Dach-Systems ohne Hinterlüftung verstärkt sich dieser positive Effekt. Die Gleichstromkabel, welche die 32 Hochleistungsmodule verbinden, konnten unter einem Abdeckband verlegt und somit ästhetisch in die Dachfläche integriert werden. Die anschliessend verlegten Gleichstromkabel führen zu den vier Wechselrichtern. Diese wandeln den Gleichstrom der Solarzellen in Wechselstrom um. Dieser Strom wird nun in das öffentliche Netz der Aare Energie AG eingespiesen.

Wir lassen nun die Sonne arbeiten
Die Nennleistung beträgt total 18.5 kWp. Dies ergibt eine jährliche Stromproduktion nach Meteonorm von 16'250 kWh/a; die Leistungsgarantie ist auf 20 Jahre festgelegt, und die Anlage ist wartungsfrei. So werden für rund 15'000 Franken jährlich Strom ins Netz eingespiesen und damit an die Gemeinde vergütet. Entsprechend ist die Anlage in 16 Jahren amortisiert. Ökologisch können so 14 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Diese Stromproduktion entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Bedarf von drei Haushaltungen, oder zwei Einfamilienhäuser oder zwei Jahre Strom für die Aussenbeleuchtung unserer Sportanlagen auf dem Inseli. Auf einer grossen Anzeigetafel im Windfang beim Haupteingang der Mehrzweckhalle können alle Interessierten jederzeit die aktuelle Leistung und der gegenwärtige Gesamtertrag der Anlage ablesen.

Sponsor zahlt 10 Prozent der Gesamtkosten
Die Firma Hänggli Thermoplast AG, vis a vis der MZH, stellt pro Jahr millionenfach sogenannte „MultiContact-Steckverbindungen“ her, die in die ganze Welt geliefert werden. Solche Stecker der Niedergösger Firma verbinden auch unsere 32 Hochleistungsmodule untereinander. Die Firma Hänggli Thermoplast AG wurde 1958 gegründet und ist seit April 2000 ISO-9000 zertifiziert. Als Spezialist im Spritzgiessen von thermoplastischen Kunststoffen beschäftigt die Firma gegenwärtig 50 Personen. Ihr Exportanteil beträgt 40 Prozent. Da sich die in Familienbesitz befindende Firma Hänggli Thermoplast AG mit Engagement für erneuerbare Energie einsetzt und von deren Zukunft auch überzeugt ist, übernimmt sie als Sponsorenbeitrag 10 Prozent der Gesamtkosten der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle. Der Wert der Anlage wird mit 181'550 Franken beziffert.

Herzlichen Dank
Die Spezialkommission „MZH-Sanierung“ dankt an dieser Stelle ganz herzlich dem Architekturbüro von Arx aus Stüsslingen für die Planung und umsichtige Projektleitung, der Firma Groupe Solvatec aus Muttenz für die professionelle Montage der Anlage und die Unterstützung beim „Papierkrieg“ mit den Behörden und Stromlieferanten für die diversen Gesuche, der Firma von Arx Elektro AG aus Niedergösgen für die fachmännischen Zuleitungen und Anschlüsse und nicht zuletzt der Firma Hänggli Thermoplast AG für den grosszügigen Sponsoringbeitrag. Nicht vergessen wollen wir die Steuerzahler von Niedergösgen, die unsere Photovoltaikanlage vorfinanziert haben.

Toni Hagmann
Präsident
Spezialkommission MZH-Sanierung




Diese Photovoltaik-Elemente wurden direkt in die Sarnafil-Abdichtungsbahnen integriert. Auf dem Foto sind 16 der 32 Elemente zu sehen.




Die vier Wechselrichter wandeln den Gleichstrom der Solarzellen in Wechselstrom um.

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